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Für Ulrike im März 2003
Was soll ich sagen, wenn ich einst von den Kindern gefragt werde:
"Was habt Ihr getan ? Warum gibt es Kriege ? Warum töten Menschen Menschen ? Warum habt Ihr nichts getan ?"
Ich weis nicht, was ich dann sagen werde, weil ich es vielleicht selbst nicht weis. Ich frage mich auch, warum es Kriege gibt.
Wir reden über Krieg und Frieden in Ländern und auf Kontinenten und vergessen doch oft wo es beginnt.
Wie sieht es bei uns aus ?
Haben wir immer Frieden mit unseren Mitmenschen, Freunden, Familienmitgliedern, dem Nächsten unserer Bekannten, haben wir Frieden mit uns selbst ?
Ist es nicht oft so, dass wir dem Anderen das Anderssein nicht gönnen und Ihn deshalb bekriegen ?
Ist es nicht so, dass wir aus unserer eingeschränkten Sicht alles bewerten und beurteilen, dass wir den Nächsten nicht anders sein lassen wollen, weil es uns Angst macht - weil wir Ihn nicht verstehen.

So haben wir Menschen, Menschen wegen Ihrer Hautfarbe versklavt, gefoltert, ausgerottet und fühlten uns dabei im Recht, weil Sie anders waren.
So gehen wir heute noch einen Schritt zur Seite, wenn der Andere der anders ist uns begegnet und nicht auf Ihn zu.
Wir reden über Menschen und selten mit diesen.
Wir tragen Neid, Missgunst und Intoleranz in uns und erkennen es nicht - denn wir sind gut - wir sind recht - wir nur wir.
Wir führen Krieg, Tag für Tag, mit uns, mit Anderen und denken wir sind im Recht und finden das Ok.
Wer Frieden hat ist anders.
Der Mensch führt Kriege weil er nicht versteht- weil er nicht zuhört - und nur redet - und nicht versteht den Anderen das Anderssein zu lassen und zu lernen um zu verstehen, um zu gewinnen.
Gewinnen einen Menschen, einen Freund - doch der ist anders.
Wir führen Kriege gegen Menschen die an etwas anderes glauben als wir selbst und finden das richtig.
Die Anderen beten den gleichen Gott an, doch der heißt anders.
So werden wir töten und schlachten im Zeichen des Kreuzes, im Namen unseres Gottes und haben recht, denn der Andere ist anders.

Und was haben wir getan ?
Wir haben im Fehrnseher zugesehen und waren dagegen - aber was sollten wir schon tun.
Wir sind still geblieben - denn was können wir schon tun gegen die Mächtigen dieser Welt ?
Warum Sie mächtig sind ?
Weil Sie Kriege führen und du dagegen bist und ruhig bist und sitzen bleibst.
So führen Sie Kriege und nennen Sie heilig und Christen sagen ja, denn so ist er gerecht und gut - doch du warst dagegen.
Gerecht im Namen dessen, und welchen er auch trägt, der immer nur Frieden wollte, für Dich, für die Anderen die anders sind und für sich selbst.
Der Mensch ist noch zu sehr Tier um zu verstehen:
"Das das Böse oft gut scheint und
das Gute oft schlecht scheint, weil es anders ist."

Thomas Sternkopf/17.03.2003