Shimshin-suryon :
Training von Körper, Geist und Emotionen
In Korea wird Taekwondo als "Shim
Shin" Ausbildung gesehen, was soviel bedeutet wie "Geist (Shim) und
Körper (Shin) formen". Wörtliche Übersetzung ist den Geist und Körper
zu "schleifen" bzw.
"reinigen".
Taekwondo ist eine koreanische Kampfsportart,
die sich über viele Jahrhunderte hinweg entwickelt hat. Es ist der Weg von Fuß (Tae), Faust(Kwon)
und Geist(Do).
Wenn man eine Kampfsportart wie Taekwondo
beginnt, setzt man sich als Anfänger in der Regel zunächst das Ziel sich
Selbstverteidigungsmöglichkeiten und eine körperliche Fitness anzueignen. So
lassen sich die rein körperlichen Aspekte, wie Beweglichkeit, Kraft und
Ausdauer mit regelmäßigem Training gezielt erlernen. Nach kurzer Zeit wird man feststellen,
dass jedoch nur die Harmonie von Körper und Geist einen voranbringen werden.
Neben dem körperlichen Wohlbefinden stellt sich
eine geistige positive Haltung ein, es vollzieht sich ein geistiger Prozess,
der scheinbar im Gegensatz zur Kriegskunst steht.
Über den Weg der körperlichen Anstrengung sowie
der Beachtung der Verhaltensregeln
erreichen wir auch eine Weiterbildung unserer Persönlichkeit. Dieser Weg ist lang
und schwer zu gehen, doch ich bin überzeugt das es sich lohnen wird diesen zu
gehen.
Wir lernen dadurch Selbstsicherheit, strahlen
Ruhe und Gelassenheit aus und lassen uns nicht mehr von niederen negativen Emotionen
leiten und verführen. Wir lernen es anderen Menschen Respekt entgegenzubringen,
unabhängig von Rang, Nationalität oder Hautfarbe. Und wir sollten
Bescheidenheit in uns tragen.
Für mich persönlich hat sich in kurzer Zeit durch
Taekwondo mein Leben verändert. Ich lerne wieder auf meinen Körper zu hören,
seine Signale zu verstehen. Ich fange an meinen Geist zu trainieren und höre
auf bequem zu sein und lerne meine Ungeduld und negativen Emotionen die mich
oft behindern zu zügeln. "In Nae, Geuk Ki , Ja Jeh" - Geduld, Disziplin und Selbstkontrolle sind
Eigenschaften die wir nicht nur im Training gebrauchen sollten, die uns auch im
alltäglichen Leben helfen und weiterbringen werden.
Dadurch wird es uns möglich, anderen Menschen
und uns selbst Respekt entgegen zu bringen.
Thomas Sternkopf
Mitglied "Dae Mahng e.V."
Bonn; 18.08.2004