Taekwondo
Was ist Taekwondo? Rein fachlich betrachtet ist Taekwondo eine ursprünglich koreanische asiatische martial Kunst (Kampfkunst). Taekwondo übersetzt heißt: „Der Weg von Fuß (Tae), Faust (Kwon) und Geist (Do)“, was soviel heißen soll, dass wir nicht nur unseren Körper trainieren, sondern auch unseren Geist.
Dass wir uns als Schüler auch versuchen mit der geistigen Haltung des Taekwondos auseinander zu setzen, bringt mich dazu, was Taekwondo für mich ist oder bedeutet.
Taekwondo ist für mich mittlerweile mehr als mich physisch zu verbessern oder zu verausgaben. Taekwondo so wie ich es zur Zeit erlebe hält mir einen Spiegel vor. Den Spiegel meines Lebens. "Wer bin ich und wo will ich hin". Das sind sicherlich Fragen, mit dem sich jeder mal mehr oder weniger in seinem Leben beschäftigt.
Einerseits erlebe ich in der rein physischen Arbeit in Dojang meine Unzulänglichkeiten in der Körperbeherschung kennen – aber auch die kleinen Schritte zu erkennen, mit denen ich mich verbessere und meinem Ziel der Harmonie mit meinem Körper und dessen Fähigkeiten umzugehen zu schätzen.Andererseits bringt Taekwondo mich dadurch dass ich mich mit dessen geistigen Prinzipen auseinandersetze, mich zu fragen, was von diesen Prinzipen lebe ich eigentlich, die ich wie selbstverständlich herunterbete, die in großen Teilen doch eigentlich selbstverständlich sein sollten. Und ich stelle für mich die selben Unzulänglichkeiten und Erfolge fest, wie in der Körperlichen Arbeit.
Eigentlich möchte ich in Harmonie und Frieden leben, doch tue ich das – lebe ich in Frieden mit mir und meinen Mitmenschen. Ist Harmonie immer gut, oder bedarf es auch manchmal des Konfliktes? Bescheidenheit, Respekt und Achtung. Habe ich immer Respekt vor Anderen, achte ich diese und kann ich mich auch mal bescheiden? Nein nicht immer, nicht immer schaffe ich es diese Prinzipien zu leben auch wenn ich es mir für mich so manches Mal wünschen würde. Was ist mit Disziplin und Selbstkontrolle, was mit Vertrauen, Selbstvertrauen, Entschlossenheit und Ausdauer?
Taekwondo ist wie ein Spiegel für mich. Es zeigt mir sowohl im physischen als auch in meiner geistigen Haltung meinen derzeitigen Stand auf. Es zeigt mir, wie weit ich noch am Anfang stehe. Aber immerhin stehe ich, meistens sogar aufrecht– wenn auch wieder am Anfang. Es macht mir nichts aus, ein Schüler zu sein, der in vielen Dingen wieder am Anfang steht. Vielmehr sehe ich die Dinge manchmal wieder wie ein Kind mit Kinderaugen – neu und erstrebenswert. Fasziniert frage ich mich häufig, ob ich je soweit kommen werden, dass ich in Harmonie und Frieden mit mir, meiner Umwelt und der Natur leben werde. Daran zu arbeiten und sich dessen zu vergegenwärtigen erachte ich als erstrebenswert und den ersten Schritt. Taekwondo gibt mir soviel mehr für mein Leben, wie ich es vorher nicht gedacht hätte.
Thomas Sternkopf
Mitglied Dae-Mahng e.V. Bonn
29. März 2007